Italien
12.09. - 27.09.2026
Nachdem wir 2026 im Juni nur eine kurze Tour machen konnten, ging es im September nochmal los. Recht spontan haben wir uns aufgrund der Wettervorhersage für Italien entschieden, was eine gute Wahl war. Regen hatten wir nämlich beim Fahren tatsächlich nicht und Italien ist grade mit dem Moped eh immer schick.
Und so geht's am 12. September morgens erstmal über die Autobahn gen Süden und dann über den schicken Kesselberg Richtung Österreich, wo wir im Ötztal klassisch in einen Almabtrieb geraten. Erste Station ist Sölden, das nicht viel hergibt, aber nett gelegen ist.
Am Sonntag fahren wir dann gleich morgens über's Timmelsjoch nach Italien. Es ist noch recht frisch, aber weil wir früh dran sind, ist noch nix los und wir können es ein wenig fliegen lassen. Durch Meran ist es nervig, aber danach geht es sehr schick und ruhig weiter durch die Berge. Am Lago de Idro ist es zwar schön, aber auch voll und Unterkunft ist auch keine zu finden und so geht's gleich nett und ruhig weiter bis Bescia.
Brescia ist tatsächlich eine sehr schicke Stadt, in der es einiges zu sehen gibt. Hat man so auch nicht auf dem Schirm. Nach einer sehr leckeren und sehr großen Pizza im da Michele bummeln wir noch durch die Stadt und genießen abschließend den Sonnenuntergang auf der Burg.
Die Strecke am Montag durch die Po-Ebene ist nervig, das reisst auch ein Abstecher zum Circuit Cremona nur bedingt raus. Dafür werden wir mit dem genialen Passo della Cisa belohnt, als wir endlich wieder in die Berge kommen.
Heutiges Tagesziel ist La Spezia, was sich leider als Griff ins Klo erweist. Nicht nur dass das letzte Stück dorthin super nervig ist, wir finden auch keine Unterkunft im Stadtkern und müssen weit außerhalb schlafen. Der Bus in die Stadt ist voll und nimmt uns nicht mehr mit und Essen ist auch nicht zu finden. Schließlich fahren wir mit dem Taxi in die Stadt, was wir uns aber auch hätten sparen können, es gibt nämlich nix zu sehen. Am nettesten ist noch die Palmenallee am Hafen.
Nach dem eher durchwachsenen Montag haben wir am Dienstag einen genialen Mopedtag. Wir fahren durch den Appenin in die Toskana, Kurven ohne Ende, Landschaft ein Traum. Durch das Tal bei Pistoia wird es heiß bis 32°, zurück in den Bergen sind die Temperaturen aber wieder angenehm und es hat Kurven zum schwindlig fahren.
Übernachtet wird heute in Volterra, wo uns die Touristinfo ein wunderbares Zimmer mit Aussicht in der Albergo Villa Nencini vermittelt. Volterra ist eh super schick, dazu noch geniales Wildschweinragout, die örtliche Spezialität, und ein traumhafter Sonnenuntergang. Was will man mehr!
Am Mittwoch geht's weiter durch die Toskana auf teilweise genialen, teilweise eher schlechten Strecken. Auf den Nebenstrecken ist angenehm wenig los und man kann die Einheimischen gut von den Touristen unterscheiden. Fährt wie ein Bekloppter = Einheimischer, ist ein schlimmer Nasenbohrer = Tourist. In Castellina in Chianti machen wir Pause, nettes, kleines Bergdorf, reichlich Touristen.
Tagesziel heute ist Arezzo und das ist sehr sehenswert und nicht so überlaufen wie z.B. Volterra. Hatten wir vorher auch nicht auf dem Zettel, lohnt sich aber definitiv!
Die Strecke am Donnerstag geht hübsch los, nur um den Lago Trasimeno ist viel los. Zurück in den Bergen Umbriens wird es wieder schick und sehr ruhig und einsam. Leider verschlechtert sich auch der Straßenzustand, aber das kennen wir ja schon. Eine Kaffeepause gibt es in Orvieto, wo es tatsächlich kurz regnet, aber bereits aufgehört hat, als wir weiterfahren. In Todi gibt es Elterntaxi-Verkehrschaos, ehe es auf das letzte geniale Stück bis Spoleto geht.
Auch Spoleto überrascht uns positiv, eine tolle Stadt im Herzen Umbriens. Im Hotel Aurora kommen wir gut und günstig unter, die Burg bietet tolle Ausblicke und die Pizza vom Imbiss Orologio ist nicht nur günstig, sondern auch sehr lecker. Toller Tag mit schönem Abschluss!
Der Freitag wird ein genialer Mopedtag. Gleich morgens fahren wir lange sehr einsam durch die Berge und nach einem Kaffee in Monteleone di Spoleto, einem kleinen Dorf in den Bergen, den wunderbaren Leonessa Pass.
Nach einem kurzem, nicht ganz so schickem Zwischenstück nach Rieti, geht's hoch zum Campo Imperatore. Den sind wir zwar 2018 schon zwei Mal gefahren, aber die Straße ist so genial und die Landschaft so traumhaft, das kann man immer wieder machen. Von Calaccio wilder Eselspfad ins Tal, es wird heiß.
Das heutige Etappenziel Sulmona ist ganz nett, hat aber nicht viel zu bieten. Auch die Essenssituation gestaltet sich wieder schwierig. Dafür bekommen wir zum Abschluss noch ein Ferrari-Treffen geboten.
Am Samstag mach TomTom Sachen mit uns. Erst ist die Straße gesperrt, dann ewiger Eselspfad in die Berge, der im Nichts endet. Also zurück, Eselspfad folgt auf Eselspfad, wir scheinen im Kreis zu fahren. Letztlich kommen wir dann doch in San Benedetto del Tronto an, kaum zu glauben.
Die Wahl fiel heute auf eine Unterkunft am Meer, da die Berge am Wochenende ausgebucht sind. San Benedetto del Tronto ist ein typischer Badeort an der Adria, aber die Innenstadt ist nett und der Kai mit zahlreichen Skulpturen geschmückt, was schon sehr schick ist.
Der Sonntag wird dafür aber umso schöner. Zwar ist die Straße teilweise wirklich schlecht, aber zwischendurch auch wieder sehr gut und schick zu fahren. Morgens geht es toll durch die Berge, dann rennstreckenmäßig am Stausee Fiastra entlang. Der abschließende Eselspfad durch die Berge ist zwar nicht so schön zu fahren, dafür sehr einsam mit toller Landschaft. Zum Schluss kommen wir noch an einem kleinen Bergdorf vorbei, das top hergerichtet ist, aber völlig ausgestorben wirkt, spooky.
Die heutige Station Assisi ist ein weiterer wunderbarer Ort, wenn auch natürlich wieder sehr touristisch ausgelegt. Im Hotel Fontebella Palace haben wir ein schönes Zimmer mit Aussicht und wir bekommen zeitig lecker zu essen, perfekt. Der Aufstieg zur Burg mit Besichtigung lohnt sich schon alleine wegen der tollen Aussicht. Beim Absacker im Hotel haben wir dann noch ein langes und nettes Gespräch mit einem schottischen Mönch.
Die Strecke am Montag zurück in die Toskana ist teilweise genial, teilweise wieder schlimmer Eselspfad. Wir müssen mal wieder vor Schotter umkehren und haben überraschende Schwierigkeiten Kaffee zu finden. Der Straßenzustand wird besser, dafür ist aber auch wieder deutlich mehr los, inkl. reichlich Touristenwanderschikanen.
Zu Siena muss man nicht viel sagen, tolle Stadt! Der recht teure Eintritt in den Dom mit Panomarico ist gut angelegt und wir haben Glück, dass der Fußboden mit den Steinornamenten offen ist, die meiste Zeit ist er abgedeckt. Der Dom von Siena verdirbt einen eigentlich für alle restlichen Kirchen der Welt, was für ein erstaunliches Bauwerk!
Am Dienstag fahren wir morgens nochmal die sehr schicke Bergrennstrecke hinauf nach Castellina in Chianti, danach haben wir heute teilweise viel Verkehr und nervige Touris. Hinter Florenz fiese Eselspfadeinlage, aber der Tagesabschluss heute geht über den genialen Passo di Muraglione, der nicht umsonst die örtliche Mopedrennstrecke ist.
Die heutige Station Forlì ist nach dem Touristenrummel in Assisi und Siena wunderbar entspannt und durchaus sehenswert. Im Hotel Lory kommen wir gut unter und die Dame an der Rezeption ist extrem nett. Der Hamburger, von einer Dame aus Gelsenkirchen serviert, mundet ebenfalls sehr gut und zum Abschluss gibt es ein Magners in der empfehlenswerten Kneipe The Abbey mit guter Musik.
Der Mittwoch startet mit der öden Durchquerung der Po-Ebene ehe es zurück in den Bergen wieder schicker und auch ruhiger wird. Die gewählte Route bringt uns über den Monte Berico in das heutige Tagesziel Vicenza, von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt.
Vicenza gilt als Stadt der Palazzi und davon hat es wirklich reichlich. Noch so eine überraschend hübsche Stadt, die man so nicht am Schirm hat und die dadurch zum Glück auch nicht so überlaufen ist.
Der Fahrtag am nächsten Morgen startet eher zäh und fad, ehe wir wieder ein wenig in die Berge kommen mit tollen Ausblicken. Zurück in der Ebene wird es dann wieder langweilig, zum Abschluss aber nochmal in die Berge, rauf sehr schick, runter sehr wild. Heutige Station ist Udine mit einer weiteren, sehr schicken Altstadt. Unser Hotel im Bahnhofsviertel ist gut, die Bewertung "viele zwielichtige Gestalten in der Umgebung" trifft es aber gut.
Am Freitag geht es zurück in die Alpen, es wird frisch. Der erste Pass, Sella di Cereschiati, ist landschaftlich ein Traum, aber ganz schön sportlich zu fahren.
Dann geht es über den Nassfeldpass zurück nach Österreich, auf der italienischen Seite eng, aber traumhafte Landschaft. Oben gibt es eine letzte italienische Latte in Gesellschaft von Bergrettern mit reichlich Hundis. Auf der österreichischen Seite ist die Straße besser ausgebaut und schick zu fahren. Durch Lienz haben wir Stau, dann geht es mit Vollgas über die Felbertauern zur heutigen Station Zell am See.
In Zell am See gibt es einen See, Berge und viele Scheichs. Wir haben ein tolles Hotel zum günstigen Nebensaisonpreis und die Ripperl im Crazy Daisy sind ein Traum.
Für den Samstag wählen wir im TomTom "spannende Route" nach Passau und die führt uns wild durch die Berge, durch Almwiesen und auf einspurige Feldwege. Dazwischen aber auch immer wieder auf Abschnitte, wo man es ordentlich fliegen lassen kann. Obwohl wir uns natürlich anständiger aufführen müssen als in Italien, bringt uns der Tag nochmal richtig guten Fahrspaß.
Abschlussabend in Passau geht immer, ist halt echt nett hier. Ein letztes ausgezeichnetes Abendessen gibt es mexikanisch in der Cantina Ensenada. Am nächsten Morgen geht es dann entspannt über die Autobahn zurück nach Hause.
Unser Fazit: genau wie Spanien geht Italien halt immer, vor allem mit dem Moped, ist halt ein mopedfreundliches Land. Generell gilt, je weiter südlich umso einsamer, aber auch umso schlechter der allgemeine Straßenzustand. Wie viele Strafzettel für das Befahren von gesperrten Altstädten und Geschwindigkeitsübertretungen noch eintrudeln, wird man sehen. Wir sind viele traumhafte Straßen gefahren, aber auch viele Eselspfade. Unvergessen, wie immer, der Campo Imperatore, den könnte ich jeden Tag machen.
Die von uns besuchten Orte sind eigentlich alle empfehlenswert, bis auf das schreckliche La Spezia. Sölden und Zell am See sind halt Alpendurchschnitt und San Benedetto del Tronto ein Durchschnitts-Adria-Badeort. Nett war es aber auch dort. Besonders empfehlenswerte Hotels sind:
Wenn man, wie wir, schon um fünf hungrig ist, wird es schwierig mit Essen, da die Restaurants frühestens ab sieben die Küche offen haben. Google hilft da nicht weiter, da Restaurants als geöffnet angezeigt werden, es aber nicht sind bzw. die Küche eben noch nicht offen ist. So musste es halt öfter der Pizzaimbiss und sogar einmal der Döner sein und eben nicht das leckere (aber auch teure) italienische Menü. War auch billiger... :D
Insgesamt waren wir 16 Tage unterwegs und sind 3.671 km gefahren. Es war wieder ein toller Urlaub, ganz ohne technische Defekte oder sonstige Ausfälle und - vor allem - ohne Regen.