Polen & Tschechien
04.06. - 14.06.2026
2026 war im Juni aufgrund Arbeit nicht viel Zeit für Mopedurlaub. Die Wahl fiel auf Polen und die Tschechische Reupublik, zwei Länder, die nahe bei uns sind und in denen wir trotzdem bisher kaum unterwegs waren. Polen ist schön, mopedtechnisch aber keine so gute Wahl. Tschechien hat viel Spaß gemacht.
Die erste Etappe führt uns nach Karlsbad. Die Strecke über kleine Nebenstraßen ist sehr schick. In Tschechien fahren wir durch eine tolle, dünn besiedelte Landschaft mit reichlich Blumenwiesen. In Karlsbad haben wir ein schickes Hotel und schlendern durch die mondäne Altstadt. Schön hier, wenn auch sehr touristisch.
Am Freitag fahren wir durch das sehr schicke deutsch-tschechische Grenzgebiet, oft direkt entlang des Grenzbaches. Erst ist es trocken, aber dann kommen wir in ein deftiges Gewitter. Nach einem Trinkstopp springt das Moped von Horst nicht mehr an. Als er nach der Batterie guckt, geht es plötzlich wieder und wir fahren weiter. Bei einem weiteren Stopp geht dann aber gar nichts mehr. Letztlich müssen wir uns selbst einen Abschleppdienst organisieren, der uns zu KTM Dresden bringt, weil uns der ADAC im Stich lässt.
Nach fast 5 Stunden sammelt uns der Abschlepper schließlich gegen viertel nach sieben im gottverlassenen Nest Byckovice ein und bringt die KTM nach Dresden. Ich auf meinem Moped im Platzregen hinterher. Zum Glück hat das Hotel direkt neben der KTM Werkstatt noch ein Zimmer und eine Tiefkühlpizza für uns. Und die Angestellten im Hotel Novalis sind wirklich supernett.
Es ist unglaublich - wir haben hunderte Male versucht, das Moped zu starten, nix ging. Der Meister in der KTM Werkstatt macht die Sitzbank ab, startet und sie läuft... magische Hände! Es war tatsächlich nur die Batterie und nachdem eine neue eingebaut ist, geht es mittags weiter. Was für ein Glück und vielen Dank an KTM Dresden für die schnelle Hilfe.
Es geht heute nur nach Görlitz, die Strecke ist nett, aber viele Ortsdurchfahrten. In Görlitz haben wir ein tolles Hotel in einem alten Haus mit sehr nett hergerichteten Zimmern. Leider gibt es dort morgen kein Frühstück, dazu müssen wir in die Bäckerei am Platz. Und leider finden wir das spanische Restaurant zu spät, als wir bereits gegessen haben. Also kein Pulpo Gallega und kein Conejo... :-(
Am Sonntag geht es nach Polen. Straße ist ok und die Landschaft schön. Nach der Kaffeepause wird es aber nervtötend, endlose Ortsdurchfahrten und viel Verkehr. Das wird in Polen leider auch so bleiben. Dafür ist Breslau umso schöner, tolle Stadt, hierher würde sich mal eine Städtereise anbieten. Es gibt sogar original Pastel del Nata auf dem Stadtfest.
Die Strecke am Montag ist eher fad, es ist recht flach hier, da geht es halt viel geradeaus. Aber wenigstens ist weniger Verkehr als wir aus Breslau raus sind. Der Belag ist teilweise gut, teilweise aber auch eine arge Hoppelpiste. Wir sind zeitig in Tschenstochau, dem berühmten polnischen Wallfahrtsort mit der Schwarzen Madonna. Die lange Rambla von der Kirche in die Stadt ist schick und das Abendessen im Pod Koronami außergewöhnlich lecker.
Der Dienstag wird der wärmste Tag des Urlaubs mit einer weiten Etappe nach Zakopane. Allerdings ist die Strecke teilweise wieder sehr nervtötend, gefühlt eine einzige Ortsdurchfahrt. Erst als wir am Nachmittag in die Berge kommen, haben wir ein paar schicke Abschnitte. Zakopane ist ein typischer Ski- und Bergtouristen-Ort, aber nett. Nach dem Absacker kommen wir gerade noch trocken zum Hotel ehe das Gewitter losbricht.
Am Mittwoch regnet es den ganzen Tag und es ist kalt mit max. 13°. Zum Glück haben wir's heute nicht weit. Es geht ein Stück durch die Slowakei nach Bielsko-Biala. Polen ist wieder eine einzige Ortsdurchfahrt, die Strecke in der Slowakei aber nett. Bielsko-Biala ist ok, aber der am wenigsten schöne Ort der Tour. Dafür essen wir leckere und günstige Pierogi.
Der Donnerstag bleibt trocken, aber kühl. Wir kommen heute nach Tschechien und da ist es deutlich schicker zu fahren, weniger Verkehr und weniger Ortsdurchfahrten. Leider ist die Straße teilweise noch nass, sonst könnte man es ein wenig fliegen lassen. Die heutige Station Olmütz ist eine außergewöhnlich hübsche Kleinstadt, das kann man echt machen.
Auf der langen Etappe am Freitag erwischen uns nur ein paar Tropfen, sonst bleibt es trocken. Neben Autobahn und Schnellstraße haben wir auch ein paar schicke Eselspfade auf unserem Weg nach Budweis. Tschechien macht mopedtechnisch definitiv mehr Spaß als Polen. Budweis ist ebenfalls ein sehr netter Ort und wir finden auch wieder einen Turm mit Aussicht.
Die Strecke am Samstag durch den Sumava Nationalpark ist sensationell. Das wäre gar nicht so weit weg von uns, da könnte man ruhig öfter hin. Die letzte Station ist Pilsen, eine weitere nette Stadt, leider mit reichlich Junggesellenabschieden und Betrunkenen. Sonntag geht es schließlich über wilde Nebenstrecken wieder zurück nach Hause.
Unser Fazit: Polen taugt mopedtechnisch nix, viel Verkehr und gefühlt eine einzige Ortsdurchfahrt. Vielleicht waren wir aber auch nur in den falschen Ecken unterwegs. Die Landschaft ist aber schön und die Leute sind sehr nett. Tschechien war zum Fahren deutlich schicker und auch dort schöne Landschaften und nette Leute. Besonders gut gefallen haben uns Breslau und Olmütz.
Insgesamt waren wir 10 Tage unterwegs und sind 2.306 km gefahren. Die Hotels waren meist gut bis sehr gut, das Essen lecker und auch das Frühstück oft außergewöhnlich gut. Die Preise waren überwiegend etwas günstiger als bei uns, insbesondere für die Hotels. Bis auf ein Mal konnten wir immer mit Karte zahlen und haben daher auch kein Geld gewechselt. War trotz Havarie wieder ein toller Urlaub und die konnte ja zum Glück schnell behoben werden.